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Radio Roger Posts

Der letzte Backpacker

Nha Trang ist ein Loch. Das war vor vier Jahren so und daran hat sich seitdem nicht viel geändert. Einzig: Es ist noch schlimmer geworden. Noch mehr Betonklötze, die sich entlang der Promenade drängen; noch mehr wild blinkende Fassaden; noch mehr Touristen; noch mehr Touristen abzockende Straßenhändler. Inzwischen kommen die meisten Touristen jedoch nicht mehr aus Russland, sondern aus China. Das zeigt sich auch an den unzähligen grell leuchtenden Schildern für Hotels, Restaurants und Beautysalons (aus mehr besteht der Ort auch eigentlich nicht), die neben Vietnamesisch und Russisch mittlerweile auch in Chinesisch um Aufmerksamkeit wetteifern. Weitere riesige Hotels sind nahezu fertiggestellt, hunderte Zimmer mit Meerblick erweitern das ohnehin schon große Angebot. Verständlich, einen Stadtblick kann man hier wirklich niemanden zumuten. Wenn diese Stadt jemals eine Seele hatte, dann wurde sie inzwischen längst an den Tourismus verkauft. Bei unserem letzten Aufenthalt hier war diese Entwicklung bereits absehbar, aber noch nicht so…

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Folgenschwere Weichenstellung

Wenn ich an unsere letzte Fahrt im Wiedervereinigungsexpress vor vier Jahren denke, habe ich eigentlich ausschließlich positive Erinnerungen: Einzelsitze, Beinfreiheit, ein angenehm klimatisiertes Abteil, der Sonnenaufgang zwischen Bergen und Meer, das eigentümliche, aber irgendwie auch unterhaltsam-skurrile Rail-TV, das ab 6 Uhr morgens den gesamten Waggon beschallte. Womöglich war ich es, der aufgrund dieser nostalgischen Erinnerungen zur treibenden Kraft in der Planung wurde, auch diesmal einen Teil der Reise auf der berühmten Zugstrecke zu absolvieren, die den Norden und den Süden Vietnams verbindet. Ich wurde jedenfalls bereits mit Chatprotokollen konfrontiert, die diesen Schluss nahelegen könnten und aller Voraussicht nach vor dem Reisetribunal gegen mich verwendet werden. Elf Stunden Fahrt über Nacht von Da Nang nach Nha Trang, was kann da schon schief gehen… Was soll ich sagen?  In diesem Fall hatte ich mit meiner Bewerbung des Reisemittels die Weichen für ein mittelschweres Fiasko gestellt. Im Nachhinein kann man natürlich schlaumeierisch feststellen,…

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G.I. Joe im Dschungelfieber

Der Pfad ist schlammig und rutschig. Steil bergauf und wieder bergab führt er uns durch den vietnamesischen Dschungel. „Watch out! Poison Ivy left and right!“ Dong, einer der Guides, hatte uns zuvor eindringlich vor der Pflanze gewarnt. Unter den harmlos aussehenden Blättern verstecken sich winzige Härchen, die sich beim Berühren tief in die Haut bohren und mehrere Wochen für Reizungen und Schwellungen sorgen. Eine Babo-Brennessel sozusagen. Der Dschungel, durch den wir uns hier schlagen, ist kein touristisch aufbereiteter Show-Dschungel, sondern ein amtlicher Fiese-Pflanzen-Dschungel. So wie man sich das thrillsuchender Wessi-Touri eben wünscht. Durch mein Suchten von Dokus über den Vietnamkrieg muss ich bei dieser Umgebung unweigerlich an die amerikanischen und vietnamesischen Soldaten denken, die sich mit Ausrüstung und Verpflegung beladen über solche Pfade schleppten. Wie sinnlos Krieg ist, merkt man spätestens hier, wo Menschen diese Landschaften mit Todesangst durchqueren mussten, ohne die unfassbare Schönheit dieser Natur genießen zu können. Also,…

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Reisüberflutung

Unzählige überflutete grüne Felder ziehen vorbei, dahinter erheben sich in der Ferne im blauen Dunst die ersten Ausläufer des nördlichen Hochgebirges. Es dauert ein wenig, bis man vom Flughafen die Altstadt Hanois erreicht. Doch dann folgt auf Reisüberflutung schnell die Reizüberflutung.

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