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Reisüberflutung

Unzählige überflutete grüne Felder ziehen vorbei, dahinter erheben sich in der Ferne im blauen Dunst die ersten Ausläufer des nördlichen Hochgebirges. Es dauert ein wenig, bis man vom Flughafen die Altstadt Hanois erreicht. Doch dann folgt auf Reisüberflutung schnell die Reizüberflutung.

 

Jeder, der schon einmal nach Vietnam gereist ist, kennt dieses Gefühl. Es ist laut, es ist hektisch, gute und weniger gute Gerüche lauern an jeder Straßenecke. Dazu kommt der Jetlag, der allerdings in diesem Jahr für uns entspannter ist, zumal die Temperatur angenehme 20 Grad beträgt. Nachdem wir mittags gelandet sind, haben wir uns gezwungen, bis abends wachzubleiben. Da kam der Nachtmarkt in Hanoi ganz gelegen. Der große Boulevard am Rande der Altstadt ist dann für den Verkehr gesperrt und die ganze Stadt auf den Beinen. Die Jugend trifft sich zum Skaten, tanzen und Karaoke singen – die Straße wird zur Bühne.


Sechs Uhr morgens war noch nie meine Zeit. Mit diesen Worten habe ich vor vier Jahren meinen Blogeintrag über unsere Tour zur Halong-Bucht gestartet. An der Tatsache hat sich seitdem nichts geändert, wobei der fehlende Schlafrhythmus einem da schon entgegen kommt. Auch sonst entsprach die Tour im Wesentlichen dem was wir beim letzten Mal gesehen haben.

“Ein bisschen fühle ich mich wie ein ausgebuffter Drogenkurier. Unser Coup gelingt, weshalb Lisa fortan für Antrieb und Steuerung unseres Zweisitzers sorgt, während ich die beeindruckende Landschaft einfange. Unsere Arbeitsaufteilung sorgt für Belustigung auf den übrigen Booten. Scheinbar haben die von „gelebter Emanzipation“ und der „Auflösung von geschlechterspezifischen Rollen“ noch nie etwas gehört.”

Wären Lisas Schwester und ihr Freund beim letzten Mal dabei gewesen, hätten wir vermutlich etwas anderes unternommen. Nichtsdestotrotz ist die Halong-Buch nach wie vor beeindruckend. An dieser Stelle verweise ich ausnahmsweise auf den Blogeintrag von vor vier Jahren. Eleganter könnte ich es heute auch nicht in Worte fassen:

Hello Halong!

In Hanoi ist derweil schon alles für die beiden großen Sympathieträger der Weltpolitik vorbereitet. Amerikanische, nordkoreanische und vietnamesische Flaggen säumen die Straßen und auch die lokale Souvenirindustrie hat ihr Angebot angepasst. So kritisch man die Politik der beiden Bomben-Buddys Donald und Kim auch sieht, ihr Treffen ist an Symbolik nicht zu überbieten. Ein amerikanisches und ein nordkoreanisches Staatsoberhaupt treffen sich ausgerechnet in der Hauptstadt Vietnams. Klingt wie der Anfang eines besonders vielversprechenden Gags: Treffen sich ein Amerikaner und ein Nordkoreaner in Hanoi… Still a better Lovestory than Twilight!

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